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Hier steht, wie, womit und warum man akustische Gitarren lauter machen bzw. aufnehmen kann, wie Piezokristalle funktionieren, warum sie sich zum Bau von Tonabnehmern (Pickups) für Akustikgitarren
eignen und was man beim Einbau zu beachten hat:
Warum will ich meine akustische Gitarre “verstärken”? Klar, verstärken klingt erst einmal nach “lauter machen”. Logisch, wenn man auf der Bühne steht, ist das notwendig, schon um mich
in den hinteren Rängen hörbar zu machen oder mich mit
meinem Instrument gegen Schlagzeug, Trompete usw. durchsetzen zu können. Sobald aber ein Monitorsystem vor bzw. die Boxen hinter mir stehen kommt das Problem der Rückkopplung dazu, hier sollte man vielleicht doch auf speziell dafür gebaute Elektro-Akustiks zurück greifen, die sind dann aber am Lagerfeuer hoffnungslos unterlegen!
Es gibt aber auch noch eine Menge andere Gründe für einen Pickup: Hast du schon einmal über ein Effektgerät Hall, Chorus, Flanger oder Tremollo dazugemischt? Kann süchtig machen, sogar oder besonders über Kopfhörer!
Oder du willst in einem (Home-)Studio die Klampfe aufnehmen, da geht es auch nicht ohne Strom!
Wie verbinde ich Akustik mit Elektrik? Am einfachsten über ein Mikrofon! Ist aber doch nicht so einfach, wie es sich anhört: ideal wäre ein richtig gutes (u. entsprechend teures) an
der Position des “idealen Zuhörers”: 2 bis 4 Meter entfernt, da haste aber auch die Nebengeräusche mit drauf: schon mal ein Husten, vorbeifahrenden LKW oder Knarren eines Stuhls über Flanger gehört? Nicht so pralle!
Magnetische PUs ins Schalloch geklemmt: Die “Uralt-Methode” um Akustics zum Schreien zu bringen. Es soll inzwischen auch Systeme geben, die richtig gut klingen, Vorraussetzung sind jedenfalls spezielle
Saiten für E-Gitarren (nicht für Konzert.G. geeignet)
Piezo-PUs: Seit Ovation, Takamine usw. der Hit: klingen auf Konzertgitarren aber doch sehr befremdlich.
Eingebautes Mikro (L. R. Baggs u. a.): Hier fehlen mir auf Grund der hohen Preise dieser Systeme die Erfahrungen, vielleicht demnächst im Gästebuch?
Kontaktmikros, die an bestimmter Stelle (an welcher?) auf oder unter die Decke geklebt werden: Prinzipiell auch nur Piezos. Ein guter Studiomixer wird ein paar Stellen finden und geschickt zusammenmixen können, aber kennst du einen?
Der “Königsweg”:
Eine Kombination aller genannten Möglichkeiten! Vorraussetzungen sind allerdings eine Menge Kohle für die einzelnen Systeme und ein sehr gutes Gehör bzw. einen guten Mixer (sehr selten bzw. wertvoll!)
Aufnahme über Mikrofon: Ideal ist es, wenn du das Mikro (was für eins, ist wiederum eine Wissenschaft für sich!) auf einen Punkt zwischen Steg und Zarge richtest, andere Leute
bevorzugen einen Punkt zwischen Schallloch und Hals. Auf keinen Fall direkt auf das Schallloch, hier kommt nur dumpfer Mulm raus! Nachteil dieser Methode: du bist extrem auf eine Position fixiert, auf der Bühne nur für den Stoiker geeignet, akzeptabel fürs Studio, gänzlich ungeeignet für den “Tänzer”!
Was ist ein Piezo-Pickup, wie funktioniert er:
Das folgende Zitat stammt aus „Microsoft(R) Encarta(R) 97 Enzyklopädie“
Piezoelektrischer Effekt, das Auftreten eines elektrischen Potentials auf bestimmten Flächen eines Kristalls, bei mechanischer Druckbelastung. Wird im umgekehrten Fall ein elektrisches Feld an bestimmten
Kristallflächen angelegt, kommt es zu einer Kristallverformung. Pierre Curie und sein Bruder Jacques entdeckten 1880 dieses Phänomen bei Quarz- und Rochellesalz und nannten es piezoelektrischen Effekt (griechisch
piezein: drücken). Piezoelektrische Effekte beobachtet man bei verschiedenen kristallinen Substanzen wie beispielsweise Quarz, Natrium-Kalium-Tartrat und Ethylen-Diamin-Tartrat. Der Effekt wird durch die
Verschiebung von Ionen in Kristallen mit nichtsymmetrischen Einheitszellen verursacht. Beim Zusammenpressen verschieben sich die Ionen in jeder Einheitszelle und verursachen damit die elektrische Polarisation.
Aufgrund der regelmäßigen kristallinen Struktur verstärken sich diese Effekte und erzeugen eine elektrische Potentialdifferenz zwischen einzelnen Flächen des Kristalls. Beim Anlegen eines externen elektrischen
Feldes an den Kristall werden die Ionen in jeder Einheitszelle durch die elektrostatischen Kräfte so verschoben, dass sich der gesamte Kristall verformt. Aufgrund ihrer Fähigkeit, mechanische Deformation in
elektrische Spannungen und elektrische Spannungen in mechanische Bewegung umzuwandeln, werden piezoelektrische Kristalle in Geräten wie elektronischen Wandlern, Plattenspieler-Tonabnehmern und Mikrophonen
eingesetzt. Piezoelektrische Kristalle werden auch als Resonatoren in elektronischen Schwingern und Hochfrequenzverstärkern verwendet, weil die mechanische Resonanzfrequenz von passend zurechtgeschnittenen
Kristallen stabil und wohldefiniert ist.“ (Ende des Zitats)
Stark vereinfacht ausgedrückt bedeutet das:
Ein Piezo (sprich: Pi-ätzo) - Kristall verhält sich wie ein mit Wasser vollgesogener Schwamm, wobei das Wasser die Elektronen, also den fließenden Strom darstellt: Drückt man ihn, fließt das Wasser (die
Elektronen) heraus, lässt der Druck nach, saugt er es wieder auf. Schwingungen auf einer Membran (dynamisches Mikrofon), einer Nadel eines Kristalltonabnehmers (Schallplatte) oder einer Gitarrensaite werden
daher in eine Wechselspannung umgewandelt, die verstärkt einem Lautsprecher zugeführt werden kann und dann den entsprechenden Ton erklingen lässt. Der Effekt ist auch umkehrbar, d h. wird eine Wechselspannung
an einen Piezokristall angelegt, beginnt dieser in der entsprechenden Frequenz zu schwingen (Piezo-Lautsprecher).
Wie funktioniert ein Piezo-Pickup für Gitarren? Am Steg bzw. der Stegeinlage (s. Lexikon) übergibt die Saite ihren Ton an die Decke der Gitarre, den sie dann
verstärkt an die Umgebungsluft abgibt. Ein idealer Ort, um ein Kontaktmikrofon einzubauen, wenn man die Gitarre an einen Verstärker anschließen möchte. Ein typischer Piezo-PU besteht aus je einem Piezokristall unter
jeder Seite, die Stegeinlage überträgt die Schwingungen der Saite auf den Piezo.
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