TransponierkreiselTransponierhilfe als Kreis(el)Gebrauchsanweisung:


Der Transponierkreisel wurde erst einmal für Leute entwickelt, die ihre Gitarre dafür benutzen, um Pop- o. Rockstücke, Volks-, Kinder- o. Kirchenlieder damit zu begleiten. Er ist ein einfaches Mittel, um Lieder höher oder tiefer erklingen zu lassen. Nötig kann das z.B. sein,
Aber nicht nur Gitarristen können ihn gut gebrauchen:
So gibt es z.B. Trompeten in B, C, F und D-Stimmung, Blockflöten in F und C, Klarinetten sogar in C, D, Es, F, As, A und B!! Oft sind deren Noten schon transponiert geschrieben, d.h. was z.B. bei ihnen objektiv als Ton F ertönt ist in ihren Noten als C notiert. Will man dann mit einem anderen Instrument zusammen spielen, kann es ohne Kenntnisse der Musiktheorie einen der beiden in Schwierigkeiten bringen.

Der Transponierkreisel kann da helfen!

So wird der Transponierkreisel benutzt:


Ein Beispiel zeigt das Lied „Die Gedanken sind frei“:

A                                                 E7            A
Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?
                                        E7                 A
Sie fliehen vorbei wie nächtliche Schatten.
            E7                        A                    E7            A
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen.
          D            A                D             E    A
 Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!

Für manche ist dieses Lied zum Singen vielleicht zu hoch, aber hier hilft der Kreisel:
Am Anfang werden die beiden äußeren Kreise so eingestellt, dass sich die gleichen Zeichen gegenüber stehen (zunächst werden die Buchstaben und Punkte alle „Zeichen“ genannt). Jetzt wird der kleinere Kreis z. B. um zwei Zeichen nach links gedreht. Auf dem äußeren Kreis können jetzt gegenüber den Originalakkorden die neuen, tieferen Akkorde abgelesen werden:
Transponierkreisel in Grundstellung
2 Zeichen nach links gedreht, d.h. 2 Halbtöne tiefer Aus A wird G, aus E wird D und aus D wird C.
Das Lied kann jetzt zwei Halbtöne tiefer gespielt bzw. gesungen werden und zwar mit den neuen Akkorden G, D und C. Soll das Lied höher erklingen, dreht man den kleineren Kreis z. B. um drei Zeichen nach rechts. Dann wird aus A ein C, aus E wird ein G. Was wird aus dem D? Bitte selbst ausprobieren!

Was zeigt der kleinste Kreis? („Nano-Harmonielehre“)

Mit Hilfe des kleinsten Kreises kann ich einfach ablesen welche Akkorde gut zu dem Lied passen könnten, wenn ich herausgefunden habe wie der Grundton heißt. Oft stimmt dieser mit dem Anfangston, fast immer aber mit dem letzten Ton des Liedes überein.
Die Zeichen auf diesem Kreis bedeuten: T = Tonika, D = Dominante, S = Subdominante; t, d und s zeigen die entsprechenden sog. Mollparallelen, die ein Lied noch interessanter erklingen lassen können.

Dazu ein zweites Beispiel, das in der C-Dur-Tonart steht:
In diesem Lied kommen die Akkorde C-Dur, G-Dur, F-Dur und auch d-Moll, e-Moll und a-Moll vor. Zeigt der Buchstabe „T“ auf dem Transponierkreisel auf den Grundton dieses Liedes, also C, können auch die anderen Akkorde, die in diesem Lied vorkommen, mit Hilfe der Zeichen auf dem innersten Kreis abgelesen werden.

Morning has broken“ von Cat Stevens:

C                          Dm G7                 F   C
Morning has bro-ken like the first morning
                        Em Am   D                 G     G7
Blackbird has spo-ken like the first bird
C                       F             C                   Am D
Praise for the singing, praise for the morning,
Em                         C     F     G7                    C
praise for them sprin-ging fresh from the world
Transponierkreisel, "T" auf kleinstem Kreis zeigt auf "C"

Das alle möglichen Mollparallelen in einem Lied vorkommen ist allerdings eher selten, aber zumindest die Mollparallele der Tonika erscheint recht oft.

Nebenbei hilft der Transponierkreisel viele musikalische Hintergründe besser zu verstehen:

Auch wer sich an den Musikunterricht nur noch wenig erinnern kann, kennt vielleicht doch noch die Tonleiter aus den acht (Haupt-)Tönen:
 C, D, E, F, G, A, H und wieder C.

Man kann diese Oktave aber auch durch 12 Zeichen darstellen:
C ¤ D ¤ E F ¤ G ¤ A ¤ H C, wie auf dem Transponierkreisel zu sehen. (Auf dem Klavier werden diese Töne, die hier durch Punkte dargestellt werden, mit schwarzen Tasten gespielt, die Haupttöne mit weißen).

Warum dieser Einstieg in die Musiktheorie?
Es soll erklären, warum auf dem Kreisel zwischen manchen Tönen ein Punkt steht, zwischen E und F bzw. H und C aber nicht. Zwischen diesen Tönen liegt nur ein Halbtonschritt, zwischen den anderen aber ein Ganzton!
 

2 Ganztöne tieferDeshalb ist das Transponieren eines Liedes eben nicht immer so einfach, wie ein Musikanfänger zunächst denken könnte. Möchte man das Beispiellied „Die Gedanken sind frei“ zwei Töne  tiefer  haben,  funktioniert  es  eben  nicht,  jeden Akkord einfach zwei (Haupt-) Töne tiefer zu spielen. Probier das einmal auf dem Transponierkreisel!
Zwei Buchstaben tiefer als A ergibt F, das gleiche mit E und D ergäbe C und H.
Macht man das mit dem Transponierkreisel, ergeben sich aber die neuen Akkorde F, C und Ais bzw. B (so bezeichnet der Musiker den Ton, der einen Halbton über dem A oder unter dem B liegt)!
Auf dem Kreisel sieht man den Grund: Es sind die unterschiedlichen Abstände zwischen den verschiedenen Tönen.

Was bedeuten nun genau die Bezeichnungen, die auf dem kleinsten Kreis dargestellt sind?

Die Buchstaben T, D und S sind, wie schon erwähnt, die Abkürzungen für die Bezeichnungen Tonika, Dominante und Subdominante.

Tonika
ist die Bezeichnung für den Grundton der benutzten Tonart bzw. den mit dem Grundton gebildeten Hauptakkord.

Im folgenden Beispiel heißt die Tonart C-Dur, also ist der Grundton ein c. Zu dieser Tonart gehören die Töne c, d, e, f, g, a, h und wieder c. Das letzte c ist acht Töne höher als der erste Ton, das nennt man auch eine „Oktave“. Den Abstand zwischen den Tönen nennt man auch „Intervall“.
Ein Dur-Dreiklang bzw. -Akkord ist zusammengesetzt aus dem Grundton, hier: c. Der zweite Ton liegt 4 Halbtöne (eine große Terz) höher als der Grundton und heißt e, und der dritte Ton liegt 3 Halbtöne (kleine Terz) über dem zweiten Ton bzw. 7 Halbtöne (eine Quinte) über dem ersten, ist also das g.

Dominante bezeichnet einen Akkord, dessen Grundton 7 Halbtöne (eine Quinte) höher liegt als die Tonika.

In diesem Beispiel ist das der G-Dur-Akkord. Dieser besteht aus den Tönen g, h und d.

Subdominante: Dieser Akkord liegt 7 Halbtöne (eine Quinte) unter der Tonika (Sub... heißt unter; unterhalb). Es ist also für die C-Dur-Tonleiter der F-Dur-Akkord.

Dieser besteht aus den Tönen f, a und c.

Zusammenfassung:

Ein Lied, das nur aus den Tönen einer Tonart besteht, kann mit den Akkorden Tonika, Dominante und Subdominante begleitet werden. Alle Töne dieser Tonart kommen in diesen Akkorden vor:
Tonika:                  c e g
Dominante:          g h d
Subdominante:   f  a c
Es sind also die Töne (geordnet): c d e f g a h c, die in diesen Akkorden vorkommen, wobei der (Grund-) Ton c sowohl in der Tonika und der Subdominante erklingen, der Ton g kommt in der Tonika und der Dominante vor.

Was sind nun aber „Mollparallelen“ und wie sind sie aufgebaut?

Es gibt nicht nur Dur-Tonleiter bzw. Dur-Akkorde, es gibt auch sog. Moll-Tonleiter bzw. Moll-Akkorde. Bei einer Moll-Tonleiter liegen die Halbtonschritte zwischen dem 2. und 3. und dem 5. und 6. Ton, während sie bei einer Dur-Tonleiter (wie oben schon gezeigt wurde), zwischen dem 3. und 4. bzw. dem 7. und 8. Ton der Tonleiter liegen.
 

Beide Tonartarten können aus den gleichen Tönen bestehen, in diesem Beispiel also C-Dur (ohne # oder b, d. h. Erhöhung o. Verminderung eines Haupttones um einen Halbton), die Moll-Tonart (ebenfalls ohne # oder b), kann dann nur a-Moll sein:
 

Dur-Akkord und seine Moll-ParalleleAuf der äußeren Skala ist die C-Dur Tonleiter und der Hauptakkord = Tonika abzulesen. In der inneren Skala steht die a-Moll-Tonleiter mit dem entsprechenden Hauptakkord.
Hier ist klar der Unterschied zwischen Dur- und Moll- Tonleitern bzw. Akkorden zu sehen.

Kein Rechtschreibfehler:

Dur-Akkorde werden groß, Moll-Akkorde aber klein geschrieben! Daher die Abkürzungen. t, d und s für die Mollparallelen. (In Songbooks wird z. B. oft statt „Am“ einfach nur „a“ geschrieben.)

Man sieht auch, dass beide Akkorde zwei gemeinsame Töne haben, nämlich das c und das e, sie sind sich also sehr ähnlich. Man nennt deshalb den a-Moll-Akkord auch die Mollparallele zum C-Dur-Akkord.

Auf dem Griffbrett der Gitarre wird beim Wechsel von C-Dur nach a-Moll auch nur der Ringfinger vom 2. Bund auf der G-Saite zum 3. Bund der A-Seite gewechselt, die beiden anderen Finger behalten ihre Lage. (Auf welchen Tönen wohl? Siehe Zeichnung)


Die Vorteile des Transponierkreisels gegenüber bisher bekannten Transponierhilfen sind vielfach:

Der Transponierkreisel wurde entwickelt, obgleich es schon lange vorher verschiedene Transponierhilfen gab: entweder kompliziert aussehende und große Tabellen oder, schon etwas praktischer, zwei gegeneinander verschiebbare lineare Skalen, auf denen die Tonleiter mit den entsprechenden (Halb-) Tonabständen eingezeichnet sind. Um sie halbwegs einfach benutzen zu können, müssen sie natürlich mehr als nur eine Oktave, am besten 1½ bis 2 Oktaven lang sein. Dadurch waren sie unpraktisch groß und mindestens eine der beiden Skalen konnte leicht verloren gehen (wenigstens die andere konnte im Songbook eingeklebt werden).
Da sich die Beschriftung nach 12 Halbtönen nur wiederholt, ist es eigentlich nur ein kleiner Schritt, diese Skalen auf einem Kreis anzuordnen.
Werden tiefere Töne gesucht, wird der kleinere Ring nach links gedreht, bei höheren nach rechts. (Verglichen mit der Uhr: vorstellen = höher, zurückstellen = tiefer. Leicht zu merken, oder?) Die neuen Töne können dann auf dem äußeren Kreis abgelesen werden.
Beide Skalen sind durch ihre Mittelachse verbunden, man verliert also nicht eine von ihnen.

Diese Transponierhilfe ist kompakt, kann also immer zusammen mit dem Instrument aufbewahrt werden.
Die beiden Skalen werden bei diesem Transponierkreisel durch einen dritten Kreis ergänzt, der auch Anfängern sehr einfach Zusammenhänge der Harmonielehre veranschaulicht, die sich sonst nur durch viel Einarbeitung in die Musiktheorie ergäben (weitere bzw. auswechselbare Kreise zur Grundidee sind in Vorbereitung).

Diese Internetseite ist noch in Arbeit!         © Robert Wallnig, Juni 2006

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